4:1: Supis siegen glanzlos

Tore: 1:0 Zitzmann, 2:0 Scheck, 3:1 Scheck, 4:1 Scheck

Die Motivation hätte nicht besser sein können an diesem frühen Sonntag Abend. Glindes erste Herrenmannschaft hatte gerade dem Tabellenführer mit 1:0 die ersten Punkte dieser Saison geklaut. In der Frank-Gabbert-Arena war die Stimmung prächtig, bei Edith und Locke im Kabuff wurden fleißig Getränke gereicht, so dass der ein oder andere Besucher des Spitzenspiels in der Bezirksliga Ost noch ein bisschen blieb und den im Anschluss kickenden Supis zuguckte. Die hatten den Tabellenvorletzten aus Stapelfeld zu Gast, der erst drei Punkte auf dem Konto aufwies und dazu seine feucht-fröhliche Mannschaftsfeier am Abend zuvor verdauen musste. Es war also angerichtet – und die einzige Frage des Abends, mit wieviel Buden im Gepäck der Gegner wieder nach Hause fährt. Nun, die Motivation sorgte leider nicht für Konzentration: Zwar gewannen die Glinder Supersenioren mit 4:1, aber das leichtfertige Vergeben größter Torchancen und die mangelnde Cleverness, einen solch fußballerisch limitierten Kontrahenten zu zerlegen, nervte.

Das Manko: Zu oft wurde viel zu schnell in die Tiefe gespielt, wo die Pässe freilich den eigenen Mann fanden, aber der Ball nicht das Tor. Es hätte gut getan, ruhiger zu sein, mal mehr quer zu denken, den Doppelpass einzusetzen, das Dreiecksspiel aufzuziehen – und auch mal den Kopf zu heben, um zu sehen, dass doch noch einer der Mannschaftskameraden in aussichtsreicherer Position als man selbst steht. Und dann leistet man sich beim Stand von 2:0 noch den Luxus, dem Gegner den Anschlusstreffer zu schenken. Alle Achtung.

Wie auch immer, lassen wir es gut sein mit der Kritik. Denn wir haben ja die Pflicht erfüllt. Weil es eben immer noch für ein paar sehenswerte Spielzüge und schöne Treffer reicht. Ciscos Schuss aus 18 Metern nach elf Minuten passte sich prima ins Eck ein. Mario verwertete Heinzes feines Pässchen mit der nötigen Abgeklärtheit – und sorgte zum Schluss dafür, dass der Abend einigermaßen standesgemäß endete: Leichtis Pass von links außen wurde trocken verwertet und Gabberts gekonnte Bogenlampe über die Abwehr lässig mitgenommen und versenkt.

Und des Trainers Wort zum Sonntag? „Das Spiel war über die Distanz gesehen in Ordnung“, bilanzierte Nico Scheck. „Die erste Halbzeit gehörte überwiegend uns. In der zweiten Halbzeit wurde der Gegner zwischenzeitlich noch einmal unnötigerweise stark gemacht – aufgrund vieler Fehler und mangelnder Chancenverwertung in unseren Reihen.“ Auch wenn dann zum Ende des Spiels der Sack zugemacht worden sei, habe er dennoch den absoluten Siegeswillen und überragenden Kampfgeist der vergangen Spiele vermisst. Nicos Note für die heutige Mannschaftsleistung? „Eine steigerungsfähige 3“.

Also nur befriedigend an diesem Sonntag abend: Harry Streich, Reinhold Zucht, Achim Urbschat, Thomas Mezele, Guido Behlau, Maik Baumann, Jörn Hedke, Andreas Leicht, Francisco Zitzmann, Thomas Krüger, Mathias Heinze, Mario Scheck, Frank Gabbert, Hauke Neuendorf, Hans Gelinski